Wenn ein Fuß plötzlich schwillt und sich stark rötet, sollten Diabetiker rasch einen Fußspezialisten aufsuchen. Denn die Ursache kann ein Knochenschaden sein, der mit dem Diabetes zusammenhängt.
Bei einer "diabetischen Neuroosteoarthropathie", auch "Charcot-Fuß" genannt (nach dem Arzt, der dieses Krankheitsbild erstmals beschrieb) entwickelt sich infolge einer diabetischen Nervenschädigung ein Knochen- und Gelenkschaden, bei dem die Knochen im Mittelfußbereich porös werden und schwellen. Die Schwellung rührt von einem Ödem, einer Ansammlung von Flüssigkeit in den und um die Knochen. Kommt es ohne rechtzeitige Behandlung zu Brüchen, können – oft bizarre – Fehlstellungen des Fußes, Druckschäden der Haut und Infektionen die Folge sein, bis am Ende die Amputation droht.
Jeder zehnte Diabetiker mit Fußproblemen ist betroffen
"Etwa jeder zehnte Diabetiker mit diabetesbedingten Fußproblemen entwickelt einen solchen Knochen- und Gelenkschaden", sagt der Kölner Chirurg und Fußspezialist Dr. Gerald Engels.
Die Diagnose wird durch eine Untersuchung im Kernspintomografen gesichert. Damit der Fuß heilen kann, wird er für längere Zeit ruhig gestellt und entlastet – beispielsweise mit einem speziellen Gipsverband, der unter Umständen monatelang getragen werden muss.
Um weiteren Problemen vorzubeugen, verordnen Ärzte orthopädische Maßschuhe mit speziellen Einlagen. "Wenn der Fuß bereits verformt ist, brauchen die Patienten unbedingt solche Schuhe", sagt Engels. Bei einer fortgeschrittenen Osteoarthropathie ist manchmal eine Operation nötig, um die Verformungen zu korrigieren.
Medikamente, die den geschwächten Knochen kräftigen, gibt es bislang nicht. Ebenso wenig ist eine Heilung diabetesbedingter Nervenschäden möglich. "Entscheidend ist", so Engels, "dass Diabetiker mit Fußproblemen unverzüglich zum Spezialisten gehen, wenn ihnen etwas verdächtig vorkommt." Denn frühzeitig erkannt, können sich die Schäden am Fuß vollständig zurückbilden.
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Auf die frühe Diagnose kommt es an Wenn der Fuß plötzlich schwillt, sich rötet und warm anfühlt, sollten Diabetiker sofort zum Arzt – am besten einem Fußspezialisten. |
Daniela Pichleritsch / Diabetes Ratgeber;
14.12.2011, aktualisiert am 22.12.2011
Bildnachweis: W&B/Markus Feger
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